ABICOR-Innovationspreis 1997

In 1997 führten die zahlreichen gleichwertigen Arbeiten zu einer Aufsplittung des Preises an zwei Preisträger.

Die ausgezeichneten Arbeiten:

Die Entwicklung eines Rotationsbrenners in Verbindung mit einem hochauflösenden Schweißkopfführungssystem. Diese Entwicklung von Dr.-Ing. Martin Oster, Inhaber des Ingenieurbüros MECOS in Wilnsdorf/Rudersdorf, eröffnet neue Einsatzmöglichkeiten von automatisierten Schweißanlagen bei gleichzeitiger Senkung der Produktionskosten. Der schnellrotierende Schutzgas-Schweißbrenner ermöglicht durch eine Bewegung des Brennerschaftes auf einem Kegelmantel die kreisförmige Auslenkung der Drahtelektrodenspitze mit Frequenzen bis über 80 Hz. Der wassergekühlte Düsenstock gewährleistet 100% Einschaltdauer, auch bei hoher Schweißleistung. Mit dem Rotationsbrenner werden bislang nicht realisierbare Sensoraufgaben erfüllt. In Verbindung mit der Impulslichtbogentechnik steht ein Verfahren zur Verfügung, das eine gezielte Tropfenlösung und Signalerfassung synchron zur Brennerposition bei der Auslenkung in der Fuge realisiert. Damit wird eine Schweißkopfführung auch bei Werkstoffen mit hoher Leitfähigkeit und beim Verschweißen von dünnen Überlappstößen möglich.

Die Entwicklung eines neuen Lichtbogenschweißverfahrens, zum Fügen von nicht kreisförmigen Stahlblechteilen in einem Arbeitsgang. Das neue Blechschweißen mit Hubzündung, entwickelt von Dipl.-Ing. Franz Peter Hirschmüller in Zusammenarbeit mit Dr.- Ing. Andreas Nentwig, reduziert die Arbeitszeit und verhindert Spaltkorrosionsprobleme. Mit dem Verfahren lassen sich dünne nicht kreisförmige Blechteile mit Wanddicken von 0,8 bis 3mm, unter linien- und flächenförmiger Berührung in nur einem Arbeitsgang vollflächig verschweißen. Bei Schweißströmen bis 2000 A können Schweißzeiten bis ca. 1s erreicht werden. Die Schweißungen sind fehlerarm und erreichen extrem hohe Bruchfestigkeiten. Aufwendige Arbeitsgänge wie heften oder durch Halter fixieren können komplett entfallen. Somit werden Umkonstruktionen von Haltern und Anschweißteilen möglich, was zu deutlicher Gewichtsreduzierung führt. Es werden neue konstruktive und fertigungstechnische Lösungsansätze eröffnet, auch beim automatisierten Schweißen.